Gent

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Dienstag18. September 2018 20.00 Uhr Gent

Gent

Festival van Vlaanderen

Patricia Kopatchinskaja — Violine, Leitung, Solistin und Konzept

John Zorn (*1953)
Kol Nidre

 

Amadeus Hartmann (1905 – 1963)
Concerto funebre for violin and strings
Introduktion. Largo / Adagio / Allegro di molto / Choral. Langsamer Marsch

 

Anton Arkhangelsky (1854 – 1915) / Nikolay «You fell victim to a fateful struggle» (Вы жертвою пали)

 

Guillaume de Machaut (1300 – 1377)
Messe de Notre-Dame – Kyrie

 

Frank Martin (1890 – 1974)
Polyptyque for violin and two small string orchestras
Image des Rameaux / Image de la Chambre haute / Image de Judas / Image de Géthsémané / Image du Jugement, Image de la Glorification

 

Luboš Fišer (1935 – 1999)
Crux for violin, kettle drums and bells

 

Guillaume De Machaut
Messe de Notre-Dame – Gloria

 

Werke aus einer Zeitspanne von über 600 Jahren beinhaltet das Programm dieses Konzertes. Ist es uns Menschen möglich, diese Zeitspanne zu erfassen? Ist sie nicht gleich wie eine Ewigkeit? Musik als «Zeitkunst» hebt die Zeit gleichzeitig auf, dehnt sie aus oder verdichtet sie.

Die MusikerInnen bespielen in diesem Programm den ganzen Raum und bringen ihn zum Klingen. Licht und Klang verbinden sich zu einer Einheit, die das Konzerterlebnis in neue Dimensionen rückt.

In Kol Nidre am Anfang des Programms hinterfragt der amerikanische Komponist John Zorn ein altes jüdisches Gebet. Nahtlos folgt der Kampf in Karl Amadeus Hartmanns Concerto funebre, das mit einer Totenklage endet. Diese wird noch intensiviert mit einem alten revolutionären Trauermarsch.

Die Erlösung bricht ein mit einem Strahl mittelalterlichen Lichtes aus der gleichen Epoche wie die Gemälde von Duccio di Buoninsegna, die Frank Martin zu seinem Polyptyque inspiriert haben.

Das Programm nimmt uns mit auf die Reise vom menschlichen Leiden in den Werken von Zorn und Hartmann über die Passion Christi hin zur Erlösung mit Frank Martin und Guillaume de Machaut. Ein doppeltes Gloria am Schluss erlöst von aller Weltlichkeit.