Haydn in Belp

Haydn in Belp

Samstag20. Oktober 2018 19.30 Uhr Aaresaal Belp

Haydn in Belp

Erich Höbarth  — Barockvioline, Leitung und Solist
Christophe Coin — Barockello
Hans-Peter Westermann — Barockoboe
Sergio Azzolini — Barockfagott

Wolfgang A. Mozart (1756 – 1791)
Symphonie in D Dur KV 133 Nr.20

 

Joseph Haydn (1732-1809)
Cellokonzert Nr. 1 in C-Dur (Hob. VIIb:1)

 

Johann Christian Bach (1735 – 1782)
Konzert in B-Dur für Fagott und Orchester

 

Joseph Haydn
Symphonie Concertante Nr. 105 in B-Dur Hob I:105 für Violine, Oboe, Cello, Fagott und Orchester (1792)

 

Seit mittlerweile 6 Jahren präsentieren wir Ihnen sämtliche Solokonzerte Haydns unter der Leitung von Erich Höbarth. Stets umgeben von anderen Werken aus Haydns Zeit runden nun das Cellokonzert Nr.1 in C-Dur und die Sinfonia Concertante diesen Programmzyklus ab.

Für dieses Konzert hat Erich Höbarth langjährige Weggefährten als Solisten um sich versammelt. Mit dem Cellist Christoph Coin gründete er einst das Quatuor Mosaïque, eines der ersten Streichquartette, das sich der historischen Aufführungspraxis widmete. Der Oboist Hans-Peter Westermann ist wie Erich Höbarth Mitglied des Concentus Musicus Wien. Und bei Sergio Azzolini geraten Publikum wie Kritiker gleichermassen ins Schwärmen. Der aus Bozen stammende Fagottist macht durch seine Natürlichkeit, Ungezwungenheit und stilistische Vielfalt Barockmusik zu einem ganz besonderen Erlebnis.

Das Leben bietet in jungen Jahren unzählige Möglichkeiten und Herausforderungen, so auch für Mozart: Nach längeren Italienaufenthalten 1772 wieder in Salzburg eingetroffen, komponiert er gerade 16-jährig seine 20. Symphonie KV 133, womit er vermutlich seinen neuen Dienstherrn, den Erzbischof Colloredo beeindrucken wollte. Innert weniger Monate schreibt er sechs Symphonien, die sich alle durch gereifte Musiksprache, Formenvielfalt und Experimente mit der Besetzung auszeichnen. Insbesondere die Trompeten verleihen dieser Symphonie einen festlichen Glanz und prägen zusammen mit dem Hörnerpaar den Ensembleklang.

In der seltenen Gattung des Fagottkonzerts übte sich neben Mozart auch Johann Christian Bach, der als «Londoner» Bach zu seiner Zeit berühmter war als sein Vater Johann Sebastian.

Eine Entdeckung anderer Art stellt das lange als verschollen gegoltene Konzert Nr.1 in C-Dur für Cello und Orchester von Haydn dar. So wie der Fund in einem Prager Archiv 1961 Experten und Musikliebhaber über das Notenmaterial und seine Echtheit in Aufregung versetzte, so erfrischend war die ersehnte «Wieder-Uraufführung» 1962.

«In allen Zeitungen» war die Rede von einem «blutig Harmonischen Krieg»...«zwischen dem Meister und schüller». Diesem verdanken wir Haydns Sinfonia Concertante, die an das barocke Concerto grosso anknüpft. 1792 lieferten sich in London zwei Konzertveranstalter ein verbittertes Duell um Marktanteile. Auf der einen Seite Haydns ehemaliger Schüler Ignaz Pleyel, welcher im Rahmen der «Professional Concerts» eine Sinfonia Concertante für sechs Soloinstrumente und Orchester mit grossem Erfolg aufführte. Auf der anderen Seite veranstaltete Johann Peter Salomon eine Konzertreihe, bei welcher Haydn und seine Symphonien als Publikumsmagnet wirkten. Vermutlich komponierte Haydn seine Sinfonia Concertante als Gegenstück zu Pleyels Werk.

Die Zeitung Morning Herald schreibt am 12. März 1792: «Die letzte Aufführung in Salomons Konzerten verdient als einer der reichsten Genüsse erwähnt zu werden, die diese Saison bisher geboten hat. Eine neue «Concertante» von Haydn verband alle Vortrefflichkeit an Musik, sie war gründlich, lebhaft, anrührend und originell, und die Aufführung stand im Einklang mit dem Rang der Komposition.»

Nur nebenbei: die «Konkurrenz» Pleyel-Haydn war vielleicht gut für die Kasse, vermochte jedoch nicht die Beziehung zwischen den zwei Komponisten zu beeinträchtigen. Sie trafen sich weiterhin regelmässig zum Abendessen und besuchten gegenseitig ihre jeweiligen Konzerte.