Natale a Parigi

Natale a Parigi

Mittwoch12. Dezember 2018 19.30 Uhr Französische Kirche Bern

18.45 Uhr Konzerteinführung

Natale a Parigi

Enrico Onofri — Barockvioline, Leitung
Francesca Aspromonte — Sopran
Bernvocal — Chor
Fritz Krämer — Einstudierung

Arcangelo Corelli (1653 – 1713)
Concerto grosso in g-Moll, op. 6, n. 8 (fatto per la notte di Natale)

 

Antonio Vivaldi (1678 – 1741)
Laudate pueri Dominum RV 600 in c-Moll für Sopran, Streicher und Basso continuo

 

Antonio Vivaldi
La Senna festeggiante, Sinfonia

 

Antonio Vivaldi
Concerto Madrigalesco in d-Moll RV 129

 

Michel Corrette (1707 – 1795)
Laudate dominum de coelis für Sopran, Tenor, Chor und Orchester

 

«Natale a Parigi» – die französische Hauptstadt rückt in den Mittelpunkt unseres Weihnachtsprogramms, obschon sie mit den gespielten Werken nur unterschwellig assoziiert ist.

Gleich in doppelter Hinsicht wird mit Vivaldi die besinnliche Jahreszeit gefeiert: Die Senna festeggiante zelebriert sowohl die friedliche Beziehung Frankreich – Italien als auch die noble Geburt des französischen Thronfolgers – die göttliche Menschwerdung.

In seinem Concerto grosso fatto per la notte di Natale vereint Corelli italienische Virtuosität mit der gekonnt inszenierten Atmosphäre weihnachtlicher Hirtenklänge, zum Beispiel im Pastorale, dem letzten Satz. Das Werk zelebriert die Geburt Christi und steht für den Anfang der Entwicklung der europäischen Instrumentalmusik des 18. Jahrhunderts, insbesondere derer von Vivaldi und Händel.

Weihnachtlich wird es auch in Vivaldis ausnahmsweise viersätzigem Concerto Madrigalesco. Eine Assoziation mit den vier Adventstagen sei erlaubt. Vivaldi greift auf frühere sakrale Vokalwerke zurück und flicht in seinem Instrumentalwerk gesangliche Themen ein, zum Beispiel aus seinem Magnificat RV 610.

Im umgekehrten Sinn deutet der französische Komponist Michel Corrette weltliche Musik in ein sakrales Werk um. Seine Adaptation eines bereits damals beliebten Instrumentalwerks für den Psalm Laudate Dominum könnte beinahe als Witz aufgefasst werden, würde es sich nicht um eine kompositorische «Tour de force» handeln. Das neue Ordnen und Verteilen von vertrautem musikalischem Material zeugt von gutem Geschmack und grossem Können. Welches Werk als Grundlage diente, verraten wir hier nicht…