Plaisirs concertants

Plaisirs concertants

Sonntag16. Juni 2019 17.00 Uhr Kursaal Bern

16:15 Uhr Konzerteinführung

Plaisirs concertants

Patricia Kopatchinskaja — Violine, Leitung und Solistin
Sol Gabetta — Cello
Francisco Coll — Composer in Residence

Igor Strawinsky (1882 – 1971)
Concerto in re (1946)

 

Alberto Ginastera (1916 – 1983)     
Concerto per corde op. 33 (1966)

 

Sandor Veress (1907 – 1992)  
Musica concertante für 12 Solostreicher
Für die CAMERATA BERN 1966 komponiert

 

Francisco Coll(*1985) 
Les Plaisirs Illuminés (2017/18) Doppelkonzert für Violine, Cello und Orchester
Kompositionsauftrag der CAMERATA BERN

 

Die Hälfte dieses Programms bilden Werke, die in einem Abstand von einem halben Jahrhundert für die CAMERATA BERN komponiert wurden. Auch spiegeln sie die Entwicklung des Ensembles seit seiner Gründung 1962 wider. Trat die CAMERATA BERN in früheren Jahren nur in einer 12er Streicherformation auf, ist sie heute ein flexibles Klangkollektiv mit bis zu 38 MusikerInnen, das sowohl Streich- als auch Blas- und Perkussionsinstrumente zählt, jedoch immer ohne Dirigent musiziert.

Die Musica concertante schrieb der damals 59-jährigen Sandor Veress 1966 für die CAMERATA BERN und ihren Gründer und damaligen Leiter Alexander van Wijnkoop. Veress wurde am 1. Februar 1907 im ungarischen Koloszvar (heute rumänisch Cluj) geboren, verliess 1949 seine ungarische Heimat und wurde Musiktheorielehrer am Konservatorium Bern. 1968 erhielt er einen Lehrauftrag für Musikethnologie und Musik des 20. Jahrhunderts an der Universität Bern. Während eines Vierteljahrhunderts prägte Veress zahlreiche bedeutende Schweizer MusikerInnen und KomponistInnen, darunter Heinz Holliger und Jürg Wyttenbach. Er verstarb am 4. März 1992 in Bern.

Ebenfalls 1966 ist Ginasteras Concerto per corde entstanden, und wie Veress’ Musica concertante lässt es einen weiten Raum für solistische Interventionen der einzelnen Instrumente. Kräftige Rhythmen und Melodien verbinden diese Musik mit argentinischen Volkstänzen und -liedern.

Das älteste Werk des Programms schrieb Strawinsky 1946 für Paul Sacher zum 20-jährigen Bestehen seines Basler Kammerorchesters. Nach eigenem Bekunden knüpfte Strawinsky mit diesem Streicherstück an das Concerto grosso des Barock, besonders an Bachs Brandenburgische Konzerte, an.

Wenngleich aus anderen Gründen als Veress ein halbes Jahrhundert früher, hat auch Francisco Coll seine Heimat vorübergehend verlassen und in der Schweiz einen Ort gefunden, wo er sich künstlerisch entfalten kann. Sein Doppelkonzert Les Plaisirs Illuminés für Violine, Cello und Orchester komponierte der 33-jährige Spanier dieses Jahr im Auftrag der CAMERATA BERN für Patricia Kopatchinskaja und Sol Gabetta. Für den malenden Komponisten stellt die bildende Kunst einen Referenzraum dar. Les Plaisirs Illuminés bezieht sich auf ein Bild des spanischen Malers Salvador Dalí, das persönliche und universelle Träume und Ängste darstellt.