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Suyeon Kang

1. Violine

Mitglied seit 2017

Suyeon Kang, Violine

 

Wie kommt es, dass du Musikerin geworden bist?
Offenbar war ich im Kindergarten eine extrem laute Sängerin – und so schlugen meine Lehrer*innen meinen Eltern vor, eine private Musiklektion für mich zu organisieren. An meine erste Geigenstunde erinnere ich mich nicht mehr genau, aber ich erinnere mich an zwei Dinge: Davor wollte ich absolut nicht hingehen – und danach liess ich zuhause niemanden mehr in Frieden, weil ich die ganze Zeit auf der Geige kratzte.

Was ist für dich die grösste Herausforderung an deinem Beruf?
Dass es kein Ende gibt. Man hat nie etwas «abschliessend» gelernt. Du kannst ein Stück Musik zwar in einer guten Version vorbereiten, aber jederzeit am nächsten Tag aufwachen und feststellen, dass du ein Detail verpasst hast. Zehn Jahre später blickst du vielleicht zurück und denkst: «Mein Gott, wie dumm ich damals war». Ich glaube, die grösste Herausforderung (und die grösste Freude) liegt gerade darin, dass das Verständnis von Musik (wie aller Kunst) immer wachsen und sich entwickeln wird; und wir als Interpret*innen mit ihr.

Was macht das Spielen in der CAMERATA BERN für dich speziell?  
In der CAMERATA BERN zu spielen, ist für mich etwas Besonderes, weil es in der Gruppe einen merkwürdigen Mangel an schädlichem Ego gibt. Natürlich stimmen die Ideen und Konzepte nicht immer miteinander überein, und bei bestimmten Projekten gibt es eine gewisse Hierarchie, die verhindert, dass die Gruppe auseinanderfällt. Aber jede*r Einzelne hat die Fähigkeit, viel zu bieten, ohne dabei andere Ideen abzuwerten. Unsere Bereitschaft zu kommunizieren und keine Angst vor Experimenten zu haben und neue Ideen auszuprobieren, ist äusserst erfrischend und – wie ich glaube – in der heutigen Gesellschaft ziemlich schwer zu finden!

 

Über Suyeon Kang
Suyeon wurde in Südkorea geboren, zog im Alter von drei Jahren nach Kanada, dann im Alter von sechs Jahren nach Australien. Dort lernte sie erstmals die Geige kennen, was sie für weitere Studien in einige weitere Städte des Landes und dann als Jugendliche nach Deutschland führte. Heute lebt sie in Berlin und geniesst ein buntes Leben, in dem sie die verschiedenen Facetten der Musik erkundet.

Als Preisträgerin mehrerer internationaler Violinwettbewerbe (darunter Michael Hill, Yehudi Menuhin) ist sie auch Gründungsmitglied des Trio Boccherini, seit 2019 Konzertmeisterin der Kammerakademie Potsdam und Assistentin von Antje Weithaas an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. 
In der Zukunft möchte sie mit Kindern arbeiten (Musik und Menschen – einen konkreten Plan hat sie noch nicht ausgearbeitet), lernen, wie man eine gute vietnamesische Phở kocht, und an einem Ort leben, der gross genug ist, um einen ziemlich grossen Hund (am liebsten einen Bernhardiner), eine grosse Bibliothek und eine Badewanne, die sie derzeit leider nicht besitzt, unterzubringen.